Frauen haben ständig kalte Füße...

Irgendwie fahren meine Gefühle momentan mit mir Achterbahn. Nicht dass ich das als Frau nicht gewohnt wäre... aber irgendwie stresst es mich schon. Ich knabbere noch immer daran, dass ich meinem Partner meinen Wunsch offengelegt habe, auch mal mit jemand anderem zu spielen... Und obwohl das für ihn wirklich kein Problem darstellt und ich diesen Wunsch auch nach wie vor verspüre... ein komischer Beigeschmack bleibt.

Ist es (wie er es so schön ausdrückte) einfach die soziale Prägung, die wir in unseren Breitengraden erfahren?
Monogamie wird ja strenggenommen ja schon fast als Religion gelebt und alles, was da anders tickt wird automatisch zur Schlampe oder zum Aufreißer... Oder ist es vielleicht eher die Erinnerung daran, wie es ist, nachts neben einem fremden Mann aufzuwachen und das schreckliche Gefühl zu haben, dass hier gerade vom Geruch bis hin zur Orientierung im Bett überhaupt nichts stimmt und einfach nur geschockt und überwältigt zu sein von der Stärke der Gefühle, die noch vor kurzem mit einem durchgegangen sind? Den Akt des Fremdgehens an sich habe ich damals für mich persönlich nicht als etwas Verwerfliches wahrgenommen – aber an diesen Schreckensmoment erinnere ich mich noch sehr genau und der war schlimmer als ein schlechtes Gewissen... Denn es war der Moment als ich erkannte, dass ich „das Gefühl für dich verloren“ hatte, wie Roger Cicero so schön singt. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich emotional „raus“ war aus der Beziehung mit meinem damaligen Partner. Ich beendete die Beziehung am nächsten Tag.

Und ich glaube, das ist eher das, wovor ich mich fürchte. Ich habe Angst, nach Hause zu kommen und ihn mit fremden Augen zu sehen, noch den Geruch und das Gefühl eines anderen an mir... Angst, ihn nicht wiederzuerkennen, weil ICH mich verändere – durch eine Erfahrung, die wir vielleicht nicht so teilen können, wie wir uns das jetzt noch ausmalen. Ich habe Angst, das Gefühl für ihn zu verlieren...

Ausmalen – Phantasie... Das ist eh so eine Sache... Im Kopf sind solche Erfahrungen ja meist sehr prickelnd, sehr intensiv und bieten genau den Reiz, den man im Alltag vermisst. Aber wie sieht denn die Realität aus? Ist es wirklich das, was den Hunger stillt, das Bedürfnis nach Fliegen, nach Fallenlassen endlich mal wieder für eine Weile zum Schweigen bringt?
Manchmal komme ich mir vor wie eine Süchtige...

Nächster Blogeintrag: Liebe...